Mittwoch, 12. August 2020

Die drei Worte

Beinahe hätte ich “Ich liebe dich” zu dir gesagt. 

Aber ich habe mich zurück gehalten, 

weil ich genau wusste, das es bedeutet dich zu verlieren. 

Daß, du mich dann verlassen würdest. 

Aber du wusstest was ich zu dir sagen wollte, 

was ich eigentlich meinte als ich sagte “Ich mag dich. Wirklich.” 

Und so bist du trotzdem gegangen, ganz leise, ohne ein Wort. 

 Ich glaube, damit habe ich es ruiniert. 

Doch noch mehr als die Tatsache, dich dadurch verloren zu haben, 

bereue ich, daß ich es nicht zu dir gesagt habe. 

Das ich nie die drei Worte zu dir gesagt habe. 

Im Nachhinein ist es leicht, das bereuen der Dinge die man nicht getan hat. 

 Aber hätte ich vorher gewusst das ich dich so oder so verliere, 

ob ich es nun ausspreche oder nicht, dann hätte ich es gesagt. 

Ich hätte gesagt “Ich liebe dich”. 

Ich hätte es das erstmal gesagt und auch wirklich so gemeint, wenigstens einmal. 

Aber diese Chance habe ich vertan und noch schlimmer ist, 

ich weiß nicht ob sich je eine neue Chance ergeben wird.



Samstag, 2. Mai 2020

Du warst mein Sinn, du warst mein Grund

Ich sehe keinen Sinn mehr in meinem Leben.
Ich will mich nicht umbringen oder so, dazu gibt es keinen Grund. So schrecklich ist das Ganze ja nicht. Aber es gibt eben auch keinen Sinn mehr für mich. Und ich bin mir sicher das dies auch zwei verschiedene Dinge sind. Würde, keinen Sinn mehr im Leben zu sehen, automatisch einen Selbstmordwunsch oder Versuch erzwingen, wären wir alle schon längst Tod.
Sicher, jeder war schon mal an diesem Punkt, an dem alles irgendwie keinen Sinn mehr macht, aber bei mir ist es anders. Es ist nicht so das alles ganz schrecklich grausam und nicht mehr auszuhalten ist. Nein, so ist es nicht, wirklich. Aber da ist eben auch nichts wofür es sich zu leben lohnt. Nichts, worauf ich mich freue, nichts worauf ich hinarbeiten würde oder etwa worauf ich warte und für das ich all das jetzt überstehe. Wobei letzteres voraussetzen würde das ich Träume, Pläne oder gar Ambitionen hätte. Die habe ich aber nicht. Ich weiß ehrlich gesagt nicht einmal ob ich so etwas je hatte. Natürlich träume ich, von gewissen Dingen, gewissen Gegebenheiten. Aber im selben Moment bin ich realistisch und wie es für mich typisch ist auch pessimistisch. Werfe alles erträumte direkt vom Tisch, weil ich es nicht kann, die Mühe sich nicht lohnt, die Enttäuschung zu groß wäre, wenn es nicht klappt.
Alles Ausreden, um Dinge gar nicht erst zu versuchen und in Angriff zu nehmen. Es ist leichter so, ganz sicher, aber es macht eben auch nicht glücklich oder zufrieden. 
Es sollte sogar viel mehr unzufrieden machen, oder das was man fühlt wenn man nichts erreicht.
Aber nicht einmal das verspüre ich,.. da ist einfach nichts. Kein Gefühl, keine Emotion, nur Gleichgültigkeit.

Ich bin nicht besonders hübsch, ich bin nicht reich, habe kein Talent, bin nicht dünn, habe eine schlechte Haut und kein Selbstbewusst sein. Ich habe keine Begabung, keine Bestimmung, keine Zukunft. Ich habe einen Job, das ja, einen der nicht zu schlecht bezahlt ist, dafür das ich in der Ausbildung bin. Aber ich mag meine Arbeit nicht, und ich kann sie auch nicht. Weil ich keine Leidenschaft dafür habe, keine Passion. Alles ist ganz gut, schon okay oder ganz in Ordnung. Nichts ist großartig, faszinierend, spannend. Alles gleitet einfach so vor sich hin. Das einzige was vor mir liegt ist diese Prüfung, bei deren Gedanke sich schon alles in mir zerreist. Ich werde diese Prüfung machen und bestehen oder auch nicht. Wenn nicht geht die Hölle noch ein wenig weiter und setzt noch einmal einen drauf. Und ich habe einen Punkt mehr auf der Liste der Dinge die ich nicht geschafft habe. Sollte ich sie aber tatsächlich bestehen, stehe ich vor der nächsten Frage. Was nun? Dann weiß ich wieder nicht was ich tun soll, wo ich hin soll und werde wieder nur irgendetwas anfangen nur damit ich irgendetwas habe. Damit ich beschäftigt bin, für den Augenblick. Der Augenblick der sich mein Leben nennt.
Denn bisher habe ich nichts anderes getan, als von der einen zur anderen Sache zuhüpfen. Von einen an den nächsten Ort zu wandern. Immer die neue zu sein, sich auf nichts und niemanden ein zu lassen. Es zu genießen und gleichermaßen zu hassen, immer die außenstehende zu sein. Abstand gibt Sicherheit, aber niemals Vertrautheit. Nur die mit dem Abstand selbst.

Für einen kurzen Moment warst du in meinem Leben. Für diese Zeit schien alles so perfekt. Du warst da und hast meinem Leben, ob gewollt oder nicht, einen Sinn gegeben. Du hast mich zum lächeln gebracht, mit dir hatte ich etwas worauf ich mich freuen konnte. Natürlich habe ich mir über dich und über uns, ständig Gedanken gemacht und ständig den Kopf zerbrochen. Darüber ob ich alles richtig mache, ob ich mich wieder falsch verhalte und so weiter und so weiter. Im Großen und Ganzen aber, war ich einfach nur glücklich. Weil ich mich in dich verliebt hatte. Weil ich dich wirklich geliebt habe. Es war Liebe, keine Frage. Und wenn jemand fragt "Woher weißt ich das es Liebe ist?" und die Antwort immer lautet "Du weißt es einfach." , dann stimmt es. So ungern ich das auch zugeben mag, aber es ist eben wahr. Am Anfang ist man erst ganz überfordert mit dem was man da fühlt, mit dem was da plötzlich vor sich geht, in einem selbst. Was man plötzlich bereit ist zutun, ohne auch nur darüber nach zu denken oder es zu hinter fragen. Man ist tatsächlich blind. Aber das war vollkommen in Ordnung. Ich meine es war wirklich schön, es war unbeschreiblich.
Das Problem ist nur, wenn man die Augen wieder aufmacht und plötzlich wieder anfängt zu sehen und doch nichts sieht. Es hatte sich alles leicht verloren, war weniger geworden. Mein Stolz und meine Unsicherheit haben es mir nicht erlaubt dem nach zu gehen. Noch einmal Kontakt zuknüpfen. Ein einfaches "Hallo" hätte vielleicht alles verändert, oder das Ende eben nur weiter hinausgezögert.
Ich weiß es nicht, ich weiß keine Antwort auf das "Was wäre wenn?" oder das "Warum?", und auch nicht auf das "Was könnte sein?". Natürlich könnte ich für die Zukunft die Frage beantworten. Nur die nächste Frage wäre ob ich es überstehen würde, wenn du nicht antwortest, oder wenn das was du antwortest die Wahrheit ist und du beginnst mir all meine Fehler aufzuzeigen und gestehst, dass du eigentlich nur nett sein wolltest. Ich glaube wirklich nicht, dass ich das überstehen würde.
Also lasse ich es und geben damit gleichzeitig meiner letzten Chance den Gnadenschuss. Aber was soll´s, stimmt´s? Immerhin ist das doch genau meine Einstellung. Nur leider tut es trotzdem weh, so sehr man es nicht möchte, der Gedanke tut einfach weh. Der Gedanke daran dir nicht genug gewesen zu sein, nur ein kleiner, netter Zeitvertreib, während du für mich die Welt bedeutest hast.

Was ich eigentlich sagen will, weil ich es dir niemals mehr sagen werde, ich vermisse dich. Ich vermisse die Gespräche mit dir, ich vermisse es wie du mich zum lachen bringst. Ich vermisse wie ich es geschafft habe dich aufzumuntern, wie du bei mir warst. Ich vermisse wie du in meinen Armen eingeschlafen bist und meine Hand nicht mehr losgelassen hast. Wie du mich zu dir gezogen hast, damit ich dich küsse. Wie sich deine Finger in den Stoff meines Hemdes gegraben haben. Ich vermisse es, wenn du diese kleinen Dinge gesagt hast. Wie du meine Jacke auch noch bei 27°C getragen hast. Ich vermisse deinen Duft und wie du ihn überall hinterlassen hast. Ich vermisse es mit dir Nachmittags um 3 Uhr zu frühstücken und Nachts um 4 Uhr Pizza zu backen. Ich vermisse deine Stimme und dein Lachen, das du immer so seltsam fandest. Eigentlich vermisse ich alles an dir. Doch am aller meisten vermisse ich uns. Weil es uns wirklich gab. Auch wenn e sich jetzt alles anfühlt, wie ein Traum. Dich gibt es und mich auch und uns zusammen gab es wirklich. Wenn auch nur für einen Augenblick.

Vielleicht sollte ich es genau dabei belassen, es war schön wie es war und es ist vorbei und genauso soll es sein.
Kein leichter Gedanke, aber vielleicht einfacher als den Grund zu erfahren und sich noch einmal das Herz selbst zu zerreißen.

Irgendwie finde ich kein gutes Ende, genau wie Du. Vielleicht, weil ich ewig weiter schreiben könnte. Doch, wenn das mein Grund ist, was war dann deiner?

Dienstag, 10. März 2020

We missed our chance

i wonder where you are now
with who you are now

we missed the chance for a life together

because we were too young to know
we were too stupid

and now, im sitting here
drawing you
and wonder what we may have missed.
Painfully knowing, we missed our chance.



Klar und deutlich, in meinem Verstand


Manchmal denke ich, wenn etwas so klar und deutlich in meinem Verstand ist, 
dass es dann auch real sein muss
und es wirklich im wahren Leben existiert.
Auch, wenn es bescheuert ist,
aber ich bin jedes Mal überrascht, wenn ich realisiere, dass es nicht so ist.
Wenn ich realisiere, dass ich ganz alleine bin.
Dass alles nur ein Traum war,
wieder nur ein Traum war.



Donnerstag, 11. April 2019

alte Fotos

Ich sehe mir immer wieder alte Fotos von dir an.
Auch die neueren.
Aber nicht die von uns,
denn die gibt es nicht.

Es gibt nur ein altes Foto von uns beiden.
Als wir fast noch Kinder waren.

Aber ich erinnere mich gut an den Abend.
Du warst nur zu Besuch.
Wir haben noch in getrennten Betten geschlafen,
aber doch lagen wir zuvor noch lang neben einander.
Wir haben uns geküsst,
ganz leise,
um die anderen nicht zu wecken.

Ich weiß noch, wie unangenehm es mir war,
das ich Angst hatte du würdest den süßen Geruch
meines Schweißes riechen.

Wir waren im Wald, spazieren,
als wir darüber sprachen.
Darüber, das wir beide wissen das wir keine Wahl haben,
dass es immer darauf hinauf laufen wird.
Auf uns beide, gemeinsam.
Sei es nur ein Kuss.

Und das tat es dann auch,
an diesem Abend
und an allen anderen.

Bis Heute.
Bis zu dem Tag, seit dem wir uns nicht mehr gesehen haben.
Bis Heute,
an dem Tag, an dem es immer noch, nur ein Foto von uns beiden gibt,
auf dem wir fast noch Kinder waren.







Mittwoch, 3. April 2019

Maybe I miss something we never where

Hi,..

ich wollte dir nur sagen das dein Handy-Ladekabel noch bei mir liegt. Beziehungsweise hat es mittlerweile meine Schwester, beziehungsweise hat sie es bestimmt schon irgendwo verlegt.
Jedenfalls, wollte ich nur wissen ob du es schon vermisst? Ich habe es seit über zwei Jahren.
Aber um ehrlich zu sein, interessiert mich das überhaupt nicht.
Was ich wissen will ist,ob du mich vermisst?
Ich vermisse nämlich dich.
Manchmal, nicht immer, nicht jeden Tag.
Ich denke nicht jede Minute an dich.
Nur ab und an, wenn mich die Flashbacks der Vergangenheit einholen.
Oder, wenn du mich einholst, in meinen Träumen und all die Gedanken an Damals, an dich, wieder so real sind, als seien sie nie fort gewesen.
Vielleicht sind sie das ja auch nie gewesen, vielleicht waren sie nur einfach gut versteckt.
Nicht gleich zu sehen und doch immer da.

Also vielleicht vermisse ich gar nicht dich, sondern wie es sich angefühlt hat.
Das.. was ich bis heute nicht in Worte fassen kann, das was sich einfach nicht beschreiben lässt, egal wie sehr ich es versuche.

Bei unserer letzten Begegnung habe ich dich eigentlich gar nicht wieder erkannt. Du warst nicht mehr die Person an die ich mich erinnerte, die ich einmal kennengelernt hatte. Du warst mir völlig fremd. Dabei habe ich mich so sehr daran geklammert und versucht zu finden, wen ich einst zurück gelassen hatte.

Ich habe dich nicht gefunden, nur zum Zug gebracht, um dich zu verabschieden.
Nur um dich nie wieder zu sehen.
Das war der Tag, an dem du dein Ladekabel bei mir liegen liest.




Danach, haben wir noch kurz geschrieben, weil du es wieder wolltest, weil dir bewusst geworden war das du es vergessen hast. Aber anscheinend wolltest du es nicht genug wieder, dass du dich noch einmal meldest. Anscheinend wolltest du mich nicht genug wieder. Genauso wenig, wie ich dich.




Mittwoch, 20. Februar 2019

Engel über Amerika

"Nachtflug nach San Francisco.
Ich jage den Mond Durch Amerika
Gott, ich war seit Jahren nicht mehr im Flugzeug.
In 35.000 Fuß Höhe, erreichen wir die Tropopause,
den großen, mächtigen Gürtel voll ruhiger Luft.

Dem Ozon so nahe. wie es nur geht. 
Ich träumte, wir hätten es erreicht.
Das Flugzeug durchbrach die Tropopause,
die sichere Luft und erreichte den Rand.
Das Ozon das rau war und zerfetzt.
Manche Stellen wirkten abgenutzt,
wie ein alter Verband und das war furchterregend.


Aber ich sah etwas das nur ich sehen konnte,
weil ich die wunderbare Gabe besitze Dinge zu sehen.

Seelen stiegen empor, von der Erde weit unter uns.
Seelen von Toten. 
Von Menschen die gestorben waren, an Hungersnöten, 
im Krieg, an der Pest. 
Sie schwebten nach oben, wie Fallschirmspringer die auf dem Kopf stehen.
Alle viere von sich gestreckt, sich drehend, kreisend.
Und die Seelen der Verstorbenen nahmen sich an Händen und Füßen 
und bildeten oben ein großes Netz aus Seelen.
Und die Seelen wurden zu Molekülen aus drei Sauerstoffatomen, zu Ozon.
Und der Weltraum nahm sie auf und war damit geheilt.
Denn nichts geht für immer verloren.
In dieser Welt durchlaufen wir eine schmerzhafte Entwicklung.
Wir sehnen uns nachdem was wir abgeschüttelt haben und
träumen was kommt.
Jedenfalls scheint es mir so. 



...das war´s. Hat dir das gefallen, was ich gelesen habe? Hat es dir gefallen?"

"Ja."



"Und... worum ging es?"

"Liebe."

"Ja, Mom, es ging um Liebe."





Mittwoch, 13. Februar 2019

NichtFreitag

Der erste Tag auf Arbeit,
an dem ich wirklich mal
einen attraktiven Patienten hatte..
jung,
gut aussehen,
weiblich.
Und ausgerechnet an diesem Tag bin ich total erkältet,
sehe aus wie ein zertretener Kaugummi
und lege ihr den Verband falsch an.
Und das alles während ich hin und her gerissen war,
zwischen der Konzentration auf Sie
und darauf das mir nicht die Rotze aus der Nase läuft.

#Der13. #NichtFreitag